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REISEBERICHT VON UNSEREN KUNDEN EHEPAAR ABILGAARD

Brasilien - Ecuador - Perú - México

Heute vor 14 Tagen sind wir von unserer vierwöchigen Superrundreise durch Südamerika wieder gesund und glücklich in Frankfurt gelandet. Unsere Reise war super gewürzt mit einigen Unzulänglichkeiten, die den Erlebniswert einer Reise noch steigern. Man hat ja sonst zu Hause später nichts zu erzählen.
 
Sehr geehrte, liebe Frau Oßwald!  

Der Husten und das Nasenbluten, wahrscheinlich eine Folge der barometrischen Höhe in Quito und México, sind weitgehend eingedämmt. Ich hatte Ihnen ja versprochen, Ihnen nach Rückkehr von der Reise zu berichten, wie es denn so war.  

Also los:  

Wir landeten am 16. Januar in dem neuen, viel zu eng gestuhlten Airbus 346 der Lufthansa „ahead of schedule“ in São Paulo. Bis zu unserem Weiterflug mit PLUNA nach Montevideo lagen nun acht Stunden in dem langweiligsten Warteraum der Welt vor uns. Diese Zeit verlängerte sich um weitere drei Stunden, da der Anschlussflug von PLUNA drei Stunden Verspätung hatte. Am Zielflughafen in Montevideo wartete Ihr Führer Gino geduldig auf uns und brachte uns ins Hotel. Endlich hinlegen und schlafen…  
Während unserer Wartezeit in São Paulo hatte uns ein Lufthansa-Mensch erklärt: „Wären wir in Frankfurt eine Stunde früher mit dem Flieger nach Buenos Aires geflogen, der auch eine Zwischenlandung in São Paulo macht, hätten wir noch den morgendlichen Anschlussflug nach Montevideo erreicht und die Warterei in São Paulo vermieden“. Nun ja…beim nächsten Mal.  

Montevideo hat uns sehr gut gefallen. Auch der anschließende Aufenthalt in Buenos Aires war schön. Dann ging es nach Salvador de Bahia. Insbesondere die Altstadt Pelourinho ist faszinierend. Es war gut, dass Sie uns vom Hotel Pelourinho abgeraten haben. Das macht wirklich einen sehr heruntergekommenen Eindruck.  

Unser örtlicher Führer Ihrer Agentur - er nannte sich Rolf - hat sich viel Mühe gegeben uns Salvador zu zeigen und zu erklären. Er hat uns in das beste Restaurant von Salvador „Mama de Bahia“ geführt. Dieses wurde unsere Stammkneipe. Sehr eindrucksvoll sind die zahlreichen, reich mit Ornamenten geschmückten Kirchen und natürlich auch der Mercado Modelo, der über den 80 m hohen Stadtaufzug zu erreichen ist.  

Ausblick auf Rio
Unsere nächste Etappe hieß Rio de Janeiro. Beim Einchecken im Hotel Excelsior erfuhren wir, dass das von uns gewünschte Zimmer mit Meerblick nicht von Ihrer Agentur gebucht sei, sondern ein Standard Room und dieses habe nur einen Blick zum Hof. Ich stellte daraufhin in Aussicht, die Mehrkosten zu zahlen. Nach einem Anruf in der Verwaltungsetage kam die Nachricht, dass wir unsere Zimmer mit Meerblick bekommen - auch ohne Zuzahlung, da wir treue Kunden seien. In Rio ist meine Frau zum ersten Mal mit der Gondelbahn auf den Zuckerhut mitgefahren. Sie hatte sich wegen ihrer Höhenangst davor immer gefürchtet. Aber es ist alles gut gegangen. Anschließend wollte ich ihr bei dem in Rio ansässigen weltberühmten Juwelier eine Freude machen. Aber sie hat kein geeignetes Stück gefunden.  

Unser nächstes Tagesziel war Lima in Perú. Da der Flieger dorthin um 07.00 Uhr in Rio starten sollte, bedeutete das Aufbruch im Hotel um 04.30 Uhr. In São Paulo war eine Zwischenlandung vorgesehen. Dort wurden wir jedoch von Bord geholt und in unseren Lieblingswartesaal geführt. Nach über drei Stunden Wartezeit war ein neues Flugzeug gefunden und wir flogen mit VARIG nach Lima. Die verbliebenen Nachmittagsstunden nutzten wir zu einem Besuch des dortigen Museo de Oro. Zu den Läden im Hof gehörte auch eine Filiale von „Stern“. So hat meine Frau doch noch ihre „Goldmedaille“ für das Erklimmen des Zuckerhuts bekommen.  

Quito
Am nächsten Tag ging es hoch hinauf in die Anden, wo in fast 3.000 m Höhe Quito liegt, die höchst gelegene Hauptstadt der Welt. La Paz in Bolivien liegt zwar höher, ist aber nicht Hauptstadt. In dieser Höhe wurde jede noch so kleine körperliche Anstrengung beschwerlich und führte zu Kurzatmigkeit. Wir lernten von unserem hervorragenden Reiseleiter Philippe, dass vor einem Jahr Ecuador seine eigene Währung Sucre aufgegeben und als Zahlungsmittel den US amerikanischen Doller eingeführt habe. Aber die Leute trauen dem Dollar nicht. Sie haben Angst vor Fälschungen insbesondere hochwertiger Noten. In Quito hat man mir in einer Apotheke keine 100 US$- und 50 US$ Scheine abgenommen. Es werden nur 20 US$ Noten und kleiner akzeptiert. Das war besonders prekär auf dem Indianermarkt Otavalo. Hier hat Philippe mit kleinen Dollarscheinen ausgeholfen, der darauf eingestellt war. Quito ist eine bezaubernde Stadt. Auf einem Hügel in der Stadt steht das Wahrzeichen - eine hohe Bronzestatue - die Jungfrau von Quito. Auf unserer Rundfahrt besuchten wir auch dieses Denkmal. Da ereilte mich plötzlich „Montesumas Rache“. Ein unwiderstehlicher heftiger Drang zeigte mir an, dass sich mein Darm schnellstens entleeren würde. In meiner Not stürzte ich zu dem einzigen Busch weit und breit, der nach einer Seite hin an einem steilen Abhang stand. Mit der einen Hand hielt ich mich an dem Strauch und mit der anderen Hand meine Hose fest. Zwei Hunde bellten aus verschiedenen Richtungen von Nachbargrundstücken. Es ging jedenfalls alles gut und ich war total erleichtert. Sehr eindrucksvoll waren die Fahrten nach Otavalo und nach Süden hin über die Straße der Vulkane. Unser Führer Philippe und sein Fahrer Iwan haben unseren Aufenthalt in Ecuador zu einem großartigen Erlebnis werden lassen. Beiden noch mal ein herzliches Dankeschön.  

Es war Freitagmorgen ganz früh am Flughafen in Quito. Wir wollten mit COPA (Continental of Panamá) über Panamá nach México fliegen. Der Abflug in Quito verzögerte sich und wir trafen mit zwei Stunden Verspätung in Panamá ein. Der Anschlussflieger nach México war weg. So setzte man uns, ohne zu fragen, in ein COPA-Flugzeug nach Cancún, das auch gleich abflog. Man erzählte uns, dass unser Weiterflug von Cancún nach México mit der Fluglinie Mexicana organisiert sei. Als wir in Cancún ankamen, wusste keiner etwas. Wir suchten und fanden unser aufgegebenes Gepäck. Am späten Abend erreichten wir schließlich México.

Tulum
 
Die anschließenden Tage genossen wir México. Dann kam die Abreise. Bei Bezahlung der Hotelrechnung stellte ich fest, dass ich auch für unser Frühstück zahlen sollte. Auf dem Voucher waren jedoch die Kosten für das Frühstück eingeschlossen. Daraufhin rief das Hotelpersonal bei Ihrer Agentur Tierra Maya Tours an. Diese bestätigte auch mir gegenüber, dass unsere Zimmer ohne Frühstück gebucht worden seien. Ich habe mit Frau Gisler gesprochen. Ich haben dann entsprechend der Hotelrechnung die Frühstücke bezahlt. Am Schalter der Lufthansa am Flughafen in México angekommen, versuchte ich, unter Anrechnung von Miles von meinem reichlich ausgestatteten Meilenkonto ein Upgrading für meine Frau und mich in die Business Class zu bekommen. Das wurde jedoch abgelehnt, da ich ein Economy Class Ticket besonders billiger Sorte habe.  

Ich erhielt zwei Boarding Pässe für die „Hühnerklasse“. Diese Pässe legte ich am Schalter der Lufthansa, der am Gate steht, vor. Denen habe ich nicht meine billigen Tickets gezeigt, sondern eben nur die Boarding-Pässe. Das funktionierte. Wir saßen in der komfortablen Business Class.  

Liebe Frau Oßwald, das war unsere Südamerikareise - spannend und voller Leben.  

Ihnen noch einmal herzlichen Dank für die gute Planung und Organisation dieser Reise. Wenn ich meine Elaboration so lese, stelle ich fest, dass ich der Beschreibung der Unzulässlichkeiten einen weiten Raum gegeben und die schönen Dinge nicht hinreichend gewürdigt habe. Sehen Sie mir das bitte nach. Die schönen Aspekte einer solchen Reise kann man schließlich in jedem Reiseführer nachlesen. Und die Reise war wirklich super!  

Ich danke Ihnen, dass Sie die Geduld aufgebracht haben, meine wortreichen Ausführungen zu lesen.  

Nochmals für alles herzlichen Dank auch im Namen meiner Frau  

Ihr Eckhard Abilgaard

Veröffentlicht am: 02.10.2006





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